Projekt
Tibiale transversale Kallusdistraktion bei Patientinnen und Patienten mit diabetischen Fußulzera - Konzeptphase
Diabetes Mellitus (DM) ist eine in der Gesellschaft immer häufiger auftretende Erkrankung. Eine wichtige und häufige Komplikation ist das Auftreten von diabetischen Fußgeschwüren (DFU). Diese Geschwüre (sog. Ulkus), die auf neurologische und vaskuläre Schäden bei Menschen mit DM zurückzuführen sind, erfordern eine intensive Pflege und verursachen erhebliche Kosten, die oft zu erfolglosen Behandlungen und schließlich zu Amputationen führen.
Die tibiale transversale Kallusdistraktion (TTDO), ein neuartiges Verfahren, das in retrospektiven Studien getestet wurde, hat sich als vielversprechend erwiesen, um die Wundheilung zu verbessern, wenn es zur Standardbehandlung hinzugefügt wird. Um dieses Verfahren zu testen, wird eine klinische Studie konzeptioniert. Da sich gezeigt hat, dass die Einbindung der Perspektiven von Betroffenen, Pflegenden und Angehörigen einen deutlichen Mehrwert zu solch einer Konzeptionierung beisteuern kann, wurde ein partizipativer Ansatz gewählt. Dadurch soll das Studiendesign im Sinne derjenigen entwickelt werden, die letztendlich auch von den Ergebnissen profitieren, sowie praktische Belange, wie die Ansprache und Rekrutierung von Probandinnen und Probanden, erleichtert werden. Zudem sieht die Förderlinie explizit einen partizipativen Ansatz vor.
In der konzeptionellen Phase des BMFTR-geförderten Projekts TTDO-DFU-CoCo werden daher Workshops veranstaltet mit bis zu 15 Patientinnen, Patienten, Pflegenden und Angehörigen. Ziel der Workshops ist, durch gemeinsame, partizipative Diskussionen über die Behandlung der DFU und die Einholung der Perspektive aller beteiligten Akteure (Patientinnen, Patienten, Pflegende und Angehörige) das Design der zukünftigen klinischen Studie zur Behandlung diabetischer Fußgeschwüre mittels TTDO zu erarbeiten. Außerdem werden im Rahmen der Workshops gesundheitsökonomisch relevante Kostenkomponenten ermittelt, die in der Versorgung der Menschen mit DFU eine Rolle spielen. Von den Workshop-Teilnehmenden unterstützen 3 Personen als sog. Co-Forschende. Diese werden auch über die Workshops hinaus in die Konzeptionierung der Studie einbezogen und sind beteiligt an der kontinuierlichen Evaluation und Reflektion der Partizipation.
Weitere Details zum Projekt:
Link zum Interview mit Dr. med. Markus Laubach auf www.diabetes-tv.de
Beitrag in der Zeitschrift: LMU-Klinikum aktuell (03/2025; S. 8/9)